Einen Kaufrausch kennen viele von uns. Wer diesen Strudel erleben will, muss einfach nach einem stressigen Arbeitstag und leerem, knurrendem Magen in dem Supermarkt gehen.

Der Wagen wird voll und spätestens am heimischen Kühlschrank fragen sich die meisten, welcher Teufel sie geritten hat. Das ist bei den wenigsten ein ernstes Problem, denn Lebensmittel lassen sich aufbrauchen.

Wenn allein keine Chance besteht, das Ziel vor dem Verfallsdatum zu erreichen, helfen Nachbarn und Freunde beim gemeinsamen Essen. Das sind schöne Folgen eines Kaufrausches. Es gibt sie auch weniger schön.

Dann, wenn die Wohnungsbesichtigungen in den lichtdurchfluteten Räumen einen so überzeugenden Eindruck hinterlassen, dass sich Mieter für Wohnungen entscheiden, die sie sich eigentlich gar nicht leisten können.

Wie teuer darf die Miete sein?

Sätze mit „eigentlich“ gibt es nicht, oder sollte es nicht geben. Genauso wie die Miete einer zu teuren Wohnung. Denn wer sich den nächsten Urlaub verkneift oder bei der Autoversicherung ins Schwitzen kommt, merkt schnell:

Über die eigenen Verhältnisse zu leben tut weder der Gesundheit noch den Mitmenschen gut, denn es stresst. Und das dauerhaft. Beides gilt es also zu vermeiden. Aber wie teuer darf die Miete sein?

Es gibt verschiedene Aussagen, die aber alle nicht sehr weit auseinander liegen. Und ohne den Begriff der Schwarmintelligenz zu bemühen: Wenn viele Menschen bei der gleichen Frage zu ähnlichen Ergebnissen kommen, kann die Antwort nicht ganz falsch sein.

Mietkosten: Die 40er-Mietregel

Die 40er-Mietregel ist eine der Faustregeln, nach der sich die passende Miete zum Jahresgehalt berechnen lässt. Gemeint ist hiermit die Obergrenze, die eine Warmmiete nicht überschreiten sollte. Fällt die Miete niedriger aus, bleibt mehr Geld für sinnvolle Dinge, wie Versicherungen oder die schönen Dinge, wie Reisen, übrig.

Die Miete nach der 40er-Mietregel: am Beispiel mit verschiedenen Jahresgehältern

  • 60.000 Euro Jahresgehalt / 40 = 1.500 Euro monatliche Miete
  • 40.000 Euro Jahresgehalt / 40 = 1.000 Euro monatliche Miete
  • 30.000 Euro Jahresgehalt / 40 = 750 Euro monatliche Miete
  • 20.000 Euro Jahresgehalt / 40 = 500 Euro monatliche Miete

Einen Haken hat diese Methode der Berechnung: Sie bezieht sich auf das Bruttoeinkommen. Bezahlen müssen Mieter die Kosten für die Mietwohnung aber nach allen Abzügen, also mit dem Nettogehalt. Daher empfehlen wir die 30-Prozent-Mietregel.

30-Prozent-Mietregel – eine etwas präzisere Faustregel

Nach ihr sollte die monatliche Miete nicht höher als 30 Prozent des Nettoeinkommens liegen. Das Nettoeinkommen ist von vielen Faktoren abhängig. Höhe des Bruttoverdienstes, Familienstand und Kinder, um nur drei zu nennen.

Beispiele am Nettomonatsverdienst nach der 30-Prozent-Mietregel:

  • 2.600 Euro netto im Monat, davon 30 Prozent = 780 Euro monatliche Miete
  • 2.200 Euro netto im Monat, davon 30 Prozent = 660 Euro monatliche Miete
  • 2.000 Euro netto im Monat, davon 30 Prozent = 600 Euro monatliche Miete
  • 1.600 Euro netto im Monat, davon 30 Prozent = 480 Euro monatliche Miete

Berechnung der passenden Miete

Der sicherste Weg ist die eigene Berechnung. Denn beide Faustregeln sind Pauschalen, die die eigenen Lebensumstände nur anhand des Einkommens berücksichtigen, die Ausgaben und damit den persönlichen Lebensstill dagegen nicht berücksichtigen. Deshalb empfehlen wir, eine eigene Rechnung aufzumachen. Je ehrlicher sie ist, desto stressfreier bleibt das Leben.

Beispielrechnung zur passenden Miete: Monats-Nettoeinkommen 2.250 Euro abzüglich monatlicher Ausgaben von insgesamt 1.500 Euro (Sparen, Essen, Telefon, Internet, Strom, Versicherungen, Freizeit, Auto etc.) = 750 Euro monatliche Miete.

Diese Berechnung benötigt mehr Zeit und mehr Nerven, führt aber zum genauesten Ergebnis. Denn nur mit der individuellen Betrachtung der eigenen Gewohnheiten erhält man ein individuell passendes Ergebnis. Wer keine Lust auf detailliertes Rechnen hat, für den empfehlen wir die beiden genannten Faustregeln mit ein wenig Sicherheitsreserve.

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